Freitag, 1. September 2017

Aktensystem Elak an ägyptisches Scharia-Gericht verkauft - Grundbuch am Balkan - Mio-Provisionen für Österreichs Beamte und - Innen

https://kurier.at/wirtschaft/ein-richter-hat-es-nicht-eilig/281.298.198



http://www.saubere-haende.org/index.php?id=440

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Absolut top dagegen sei Österreich bei der ELAK, der elektronischen Aktenführung. "Da sind wir besser als Deutschland und die Schweiz", sagt Raschauer. Auch die Gewerbeanmeldung, bei der man nur kurze Zeit später im Gewerberegister eingetragen sei, sei sensationell. Auch seien sämtliche Rechtsvorschriften gut auffindbar, ob Bundes- oder Landesrecht, Gesetze oder Verordnungen. Gut standardisiert sei auch die Unternehmensgründung, man könne in Österreich "blitzschnell" gründen und bekäme sofort die Sozialversicherungsnummer, Steuernummer, Gewerbeberichtigung – und die Kammermitgliedschaft. "Das kann man alles am Bildschirm machen, man braucht nicht zum Amt zu gehen. Das wird nicht genug hervorgehoben", sagt Raschauer.

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Wenig Korruption

Die österreichische Bürokratie genießt international einen guten Ruf, sagt Manfried Welan, ehemaliger Präsident der österreichischen Rektorenkonferenz, heute Universitätenkonferenz. Im Vergleich zu den rund 200 Staaten der Erde sei die Korruption gering. "Die Unkündbarkeit hoher Beamter führte dazu, dass Minister kamen und gingen, aber Hofräte und Sektionschefs blieben, was zu Stabilität, Kontinuität und Professionalität geführt hat", sagt Welan. Die österreichische Bürokratie würde sich in der Heimat einen besseren Ruf verdienen. In Österreich dürfe die staatliche Verwaltung nur auf Grund von Gesetzen ausgeübt werden, gleichzeitig werde die Verwaltung mehrfach kontrolliert. Das sei nicht in allen Ländern so. "Die Bürokratie ist die Fortsetzung der Monarchie in der Republik, bis heut’ sieht man das bei Titeln, wie Oberrat oder Sektionsrat", sagt Welan.

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Exportschlager, Korruption in Wien und Scharia-Gerichte mit ELAK ausgestattet (Exkurs Jugoslawien-Kriege) 

"Bei internationalen Managern gilt die österreichische Bürokratie als verlässlich, präzise und klar", sagt Verwaltungsexperte Manfred Matzka. Nicht nur im E-Government, sondern auch im Serviceangebot für die Wirtschaft sei Österreich spitze. "Wir sind den Franzosen kilometerweit voraus, und ein paar hundert Meter vor den Deutschen", sagt Matzka. Vieles werde international kopiert, das Grundbuchsystem wurde praktisch auf den ganzen Balkan exportiert, das elektronische Aktensystem ELAK wurde von Bayern, aber auch von Ägypten übernommen. Auch den Griechen griffen die Österreicher beim Thema Steuern unter die Arme.

ELAK

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Der ELAK (Elektronischer Akt) ist ein zentrales Konzept der E-Government-Strategie der Republik Österreich für eine moderne Bundesverwaltung. Dieser ermöglicht die voll elektronische Aktenverwaltungautomatisierte Abwicklung von Geschäftsprozessen, Archivierung und eine nahtlose Verwaltungskooperation zwischen den Behörden. Ebenso bildet der ELAK die Basis für eine bürgernahe Verwaltung und ermöglicht One-Stop-Government.
Seit Jänner 2004 hat der ELAK den Papierakt in allen österreichischen Bundesministerien abgelöst – mit Ausnahme des Verteidigungsministeriums, das seit 2002 über eine eigene Lösung verfügt. Seitdem das Projekt EiB (ELAK im Bund) im Juli 2001 startete, wurden rund 9.500 Arbeitsplätze in der Bundesverwaltung mit dem ELAK ausgestattet. Der technische Betrieb der Server und Anwendungen erfolgt im Bundesrechenzentrum. Zusätzlich werden auch in anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung ELAK Systeme mit unterschiedlichen Produkten umgesetzt. Der Funktionsumfang dieser Produkte und Lösungen orientiert sich nach dem Leistungsverzeichnis der EiB Spezifikation[1].
Österreich wurde mehrmals im Rahmen des von Capgemini durchgeführten Benchmarkings für E-Government innerhalb der EU-Staaten als herausragend in der Umsetzung von E-Government genannt.

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Ziele und Nutzen des ELAK

Ziel des ELAK
  • Ablöse des Papieraktes als Original
  • effiziente verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit
  • Verkürzung der Durchlaufzeiten bei der Aktenbearbeitung
  • Einbindung der nachgeordneten Dienststellen ist möglich
  • Vereinfachung von komplexen Verfahren
  • Verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit ohne Medienbruch
Nutzen für Bürgerinnen und Bürger
  • Einfachere und raschere Behördenwege
  • One-Stop-Government mittels elektronischer Prozesse
  • 24 Stunden 7 Tage die Woche können Behördenwege online erledigt werden
  • Auskünfte und Informationsaustausch können schneller erfolgen
  • elektronische Übermittlung von Schriftstücken und Formularen an Bürger möglich
  • Reduzierung von Arbeitsschritten durch Automatisierung (z.B. automatische Versionserstellung)
  • Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Dokumentation
  • Schutz vor unbefugtem Zugriff
  • Zeitgemäße Kommunikation und Interaktion mit der Behörde wird ermöglicht

Projektverlauf

Gemeinsam mit der Firma Fabasoft und der Firma Unisys entwickelte des Außenministerium bereits 1996 den ELAK, der schon im Mai 1997 flächendeckend in der Zentrale des BMeiA (Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten) eingesetzt wurde. Als der damalige Außenminister, Dr. Schüssel, Bundeskanzler wurde, hielt er in der Regierungserklärung 2000 fest, dass auch alle übrigen Ministerien ELAK einsetzen müssen. Am 10. Juli 2001 wurde mit dem Ministervortrag das Bundeskanzleramt mit der Durchführung des Projektes “ELAK im Bund” beauftragt. Der Bund hatte sich für eine Ein-Produkt-Strategie und ein zentrales Betreibermodell für die elektronische Aktenverwaltung entschieden. Anfang September 2001 wurden die Vorbereitungsarbeiten inklusive Ausschreibung durch die Bundesbeschaffungs-GmbH begonnen. Der ARGE-ELAK, einer Bietergemeinschaft aus Bundesrechenzentrum-GmbH, IBM und Fabasoft mit der eGovernment-Lösung Fabasoft eGov-Suite, wurde der Zuschlag erteilt.[3] Die jeweiligen Ressorts waren für den Rollout des ELAKs und der damit verbunden technischen, organisatorischen und budgetären Aspekte selbst verantwortlich. Ein Projektlenkungsausschuss, bestehend aus Vertretern der Ressorts und der Auftragnehmer, übernahm die gesamtheitliche Koordinierung des Projektes. Die dafür notwendige Projektgruppe unter Federführung des österreichischen Bundeskanzleramtes setzte sich aus Experten der Bundesministerien zusammen.
Im November 2002 wurde mit der Umsetzung begonnen, welche im Jahr 2004 mit dem finalen Rollout abgeschlossen wurde.

ELAK auf Landes- und Gemeindeebene

Der ELAK wird in Österreich auch auf Landes- und Gemeindeebene eingesetzt. So arbeiten beispielsweise die Stadt Wien (Open Source), Niederösterreich[4]OberösterreichSalzburgSteiermarkVorarlberg, Stadt Linz, Stadt Salzburg und Stadt Innsbruck. Die Gemeinden in Vorarlberg setzen ebenso auf diese eGovernment-Lösung.[5]

Kritik

Eine durch den Elektronischen Akt erreichte Effizienzsteigerung im Aktenwesen konnte laut Bericht des Rechnungshofes 2008 jedoch nicht nachgewiesen werden, weil sowohl Kennzahlen als auch eine Kosten–Nutzen–Analyse fehlten. Weiters kritisierte der Rechnungshof die um € 10 Mio. überschrittenen Einführungskosten[6]. Weiters hat ein ehemaliger Sublieferant der Staatsanwaltschaft mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe angezeigt[7].

Quellen

  1.  Seite Digitales Österreich: EiB Spezifikation
  2.  Benchmarking EU
  3.  Digitales Österreich - Das Projekt "ELAK im Bund"
  4.  Case Study Land Niederösterreich
  5.  Pressemitteilung Vorarlberger Gemeinden starten Pilotprojekt
  6.  Rechnungshofbericht 2008
  7.  Neuer Wirbel um Rechenzentrum: Grasser angezeigt - Artikel auf DerStandard.at

Weblinks