Dienstag, 23. September 2014

AKTENEINSICHT Lose Blätter aus Landl-Gate und ein kaputter Geschirrspüler in der Staatsanwaltschaft

Kein Leben ohne Geschirrspüler. Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihren am 17. Juli 2014 reparieren lassen. Die Tür ging nicht zu. Der Service kostete 237,90 Euro. Ein Neugerät kommt auf 410 Pfund. Es ging sich noch knapp aus. (Foto: Rechnung an Installateur)

Es gibt Theorien, die besagen, dass zu Zeiten des papierlosen Büros sich der Papierverbrauch in Wahrheit vervierfacht hat. In Zeiten des elektronischen Aktes, elektronischen Agierens und elektronischen Schriftverkehrs scheint das so zu sein. Außerdem ist der Erklärungsbedarf zu Verorndungen groß. Hier gibt eine Sachbearbeiterin dem Handwerker die Anweisung, wie die Zahlung zu erfolgen hat, schickt ihm das per Email, macht vom Bildschirm einen Screenshot, druckt diesen aus und wird das Papier zum Altpapier. (Foto: Rechnungsinformation)

Am 19. August 2014 setzte die Gruppe K der Wiener Staatsanwälte unter der Leitung von Julia Koffler-Pock eine Festnahmeanordndung gegen einen rumänischen Taschendieb auf, der ohne gesetzliche Meldung in Wien lebt. Er wird des neunfachen Diebstahls an U-Bahnreisenden verdächtigt und soll einen Strafprozess bekommen. Das Papier ist bis auf eine Seitenkorrektur mit dem blauen Kugelschreiber fertig getextet. (Foto: Festnahmeanordnung durch die Gruppe K der Staatsanwältin Julia Koffler Pock vom 19. August 2014, aus Altpapier vor dem Landesgericht Wien, entnommen am 22. August 2014. Das Papier wurde für die Veröffentlichung zum Zeigen des Belegs in den persönlichen Daten des Gesuchten nachträglich durch ein Bildbearbeitungsprogramm von Wien Extra komplett geschwärzt)

Die Festnahmeanordnung der durch die StPO 2008 qualifizierten Herrin über das Ermittlungsverfahren hat eine zweite Seite, die zum Teil reines Formblatt ist und daher nur klein gezeigt wird. Es werden so gut wie alle Haftgründe in Gang gebracht: Fluchtgefahr, Verdunkelung (wegen Bande) und Tatbegehung. (Foto: Festnahmeanordnung durch die Gruppe K der Staatsanwältin Julia Koffler Pock vom 19. August 2014, aus Altpapier vor dem Landesgericht Wien, entnommen am 22. August 2014. Das Papier wurde für die Veröffentlichung zum Zeigen des Belegs in den persönlichen Daten des Gesuchten nachträglich durch ein Bildbearbeitungsprogramm von Wien Extra komplett geschwärzt.)

Seite 3 der Festnahmeanordnung durch die Gruppe K der Staatsanwaltschaft Wien zeigt, dass das Papier am 19. August 2014 so gut wie fertig getextet war. Rechts oben besserte - offenbar die Gruppeleiterin Koffler-Pock persönlich - jedoch das Datum auf 20. August 2014 aus. An diesem Tag dürfte das Papier fertig geworden sein, und wurde vermutlich an diesem Tag von der Gruppenleiterin und von einem Richter unterschrieben. Ab dem Zeitpunkt der Unterzeichnung gilt die Fahnung als aktiviert und wird in den Polizeicomputer eingepflegt. (Foto: Festnahmeanordnung durch die Gruppe K der Staatsanwältin Julia Koffler-Pock vom 19. August 2014, aus Altpapier vor dem Landesgericht Wien, entnommen am 22. August 2014.)

Ein Beschluss der Staatsanwältin landet im Papier-Müll zur Akteneinsicht, weil sich die Sekretärin um einen Tag beim Datum geirrt hat:

Seite 3 der Festnahmeanordnung durch die Gruppe K der Staatsanwaltschaft Wien zeigt, dass das Papier am 19. August 2014 so gut wie fertig getextet war. Rechts oben besserte - offenbar die Gruppeleiterin Koffler-Pock persönlich - jedoch das Datum auf 20. August 2014 aus. An diesem Tag dürfte das Papier fertig geworden sein, und wurde vermutlich an diesem Tag von der Gruppenleiterin und von einem Richter unterschrieben. Ab dem Zeitpunkt der Unterzeichnung gilt die Fahnung als aktiviert und wird in den Polizeicomputer eingepflegt. (Foto: Festnahmeanordnung durch die Gruppe K der Staatsanwältin Julia Koffler-Pock vom 19. August 2014, aus Altpapier vor dem Landesgericht Wien, entnommen am 22. August 2014.)