Donnerstag, 4. Oktober 2012

LG für Zivilrechtssachen als verlängerter Arm der Bezirksgerichte: Rekursentscheidungen im Sinne des Erstgerichts

Beim Durchlesen der Rekursentscheidung vom 5. September 2012 (die vor Fehlern wieder strotzt) des Landesgerichts für Zivilrechtssachen betreff meiner Rekurswerbung bezüglich Beschluss Pflegschaftsendabrechnung des Sachwalters Dr. W. über 975 Euro ist wieder einmal leicht zu erkennen, wie die "GeschäftspartnerInnen"

- RichterInnen der ersten Instanz (Bezirksgerichte)

- SachwalterInnen

- Vertretungen von Rechtsanwälten

- Clearingstellen betreff Zwangsentmündigungen (Vertretungsnetz Sachwalterschaft, "Patientenanwaltschaft")

- RichterInnen der zweiten Instanz (Landesgerichte für Zivilrechtssachen)

perfekt zusammen arbeiten, einander bei Ihren Machenschaften decken und sich ihre gemeinsamen Geschäfte nicht verderben lassen, vor allem nicht verderben lassen von Leuten, die sie einst selbst im Auftrag entmündigen haben lassen und all ihrer Bürgerrechte berauben ließen. So eine Biedermeier-Kanzlei kostet halt mal mehr als eine Gemeindewohnung.

Nun wird es auch immer klarer, warum ein Ministerialrat aus dem Finanzministerium mir, dem Ex-Mündel und Ex-Angestellten des Bundesrechenzentrums Wien, jegliche Information betreff Elektronischen Rechtsverkehr, E-Government und E-Justiz verweigern lässt. Siehe dazu: Erlebnisse bei Agenda 2020, April 2012.

Alle Gerichts-Dokumente werden ja über das Bundesrechenzentrum versandt. Alle Gerichtsdokumente der Republik Österreich werden auch auf Servern des Bundesrechenzentrums und im Parallelrechenzentrum in Wien-Erdberg gespeichert. Dort könnte man auch alle Urteile, Beschlüsse, Gutachten, Akten manipulieren und "frisieren" - könnte man, versteht sich. Es gilt ja immer die UNSCHULDSVERMUTUNG.

Der Rechtsanwalt Dr. Andreas Lehner (Vertretung Sachwalter Dr. W.) hat mir bei der Entmündigungsverhandlung am BG Liesing (14. Mai 2009) auch noch vorgeworfen, dass ich nicht gut gearbeitet habe in bezug auf E-Justiz und Elektronischen Rechtsverkehr.

Aber nun zurück zur REKURSENTSCHEIDUNG des LANDESGERICHTS FÜR ZIVILRECHTSSACHEN IN WIEN:

Es ist wirklich fast lustig, wie die RichterInnen Jackwerth, Rauhofer und Heinrich-Bogensberger sich gemeinsam mit dem Sachwalter Dr. Weiser und der Richterin Mag. Romana Wieser aus der Affäre ziehen wollen.

RichterInnen, Staatsanwälte, Rechtsanwälte - sie alle kennen einander vom Jus-Studium, bzw. von diversen Netzwerken, wo sie einander ewige Treue, Bruderschaft und Schwesterschaft geschworen haben.

Dem Rekurs wird nicht Folge gegeben. Na klar, man lässt sich doch nicht in die Karten schauen und schon gar nicht das gut laufende Geschäft mit der Sachwalterschaft wegnehmen.

"Soweit der Rekurs sich gegen die Höhe der Entschädigung richtet, ist der Revisionsrekurs gegen diesen Beschluss jedenfalls unzulässig; im Übrigen wird der Revisionsrekurs nicht zugelassen"

Beschluss Landesgericht für Zivilrechtssachen, 5. September 2012

42 R 307/ 12 a

Revisionsrekurs: Das Gericht 2. Instanz entscheidet also gleich selbst, dass der Revisionsrekurs nicht zugelassen ist.

Kommentar: Bis dato war ich immer vorsichtig mit solchen Vergleichen wie "Volksgerichtshof" etc, aber bei diesen Gesetzen, wo ein Gericht gleich selbst bestimmt, dass ein weiterer Rekurs gegen die Entscheidung des Gerichts nicht zugelassen ist, erinnert in der Tat an die standesrechtlichen Exekutionen in der Nazi-Zeit in Österreich.

A propos EXEKUTION: Es wird in weiterer Folge noch genau zu betrachten sein, warum es einem Sachwalter möglich ist, gegen ein Ex-Mündel, dessen Finanzen er eigentlich hätte konsolidieren müssen, per gerichtlicher Exekution Zahlungsforderungen zu erheben.

Ein solch juristisches Paradoxon widerspricht folgender Aussage des zuständigen Abteilungsleiters Dr. Erich Michael Stormann aus dem BM für Justiz in Wien:

Sehr geehrte Frau Mag. H:

Ich verstehe durchaus, dass die Sachwalterschaft für Sie manche Unannehmlichkeiten oder Ärgernisse nach sich gezogen hat, möchte Sie aber nochmals darauf hinweisen, dass vorrangiges ZIEL der Schutz rechtlicher und wirtschaftlicher Interessen (des Mündels) ist.

Leider ist das vor 1984 erklärte ZIEL des Gesetzgebers, mit der Vereinssachwalterschaft und ihrer Dotierung aus dem Bundesbudget genügend gut ausgebildete und auf die betroffenen Menschen eingehende SACHWALTER zur Verfügung zu haben, am später ausgebrochenen SPARZWANG gescheitert.

In nächster Zeit stehen wieder einmal legislative Arbeiten auf dem Gebiet des SACHWALTERRECHTS heran. Wir werden Ihre Anregungen dabei im Auge behalten.

Mit freundlichen Grüßen

Wien, 28. August 2012

Für die Bundesministerin:

Dr. Erich Michael Stormann

Elektronisch gefertigt

Anmerkung: Die Rekursentscheidung des LG für Zivilrechtssachen vom 5. September 2012 habe ich am 2. Oktober 2012 von einem Postangestellten aus dem Ausland in Empfang genommen. Er konnte kein Wort deutsch und hat mir auch keine Empfangsbestätigung auf den "Blauen RSB-Brief" geschrieben. Das blaue Kuvert ist also leer geblieben. Der Postler meinte nur: "Tu gessuunnt?"

So habe ich keinerlei Bestätigung, wann ich das Schriftstück des LG für Zivilrechtssachen (via BG Wien-Liesing am 26. September 2012) tatsächlich erhalten habe. Aber da das Landesgericht für Zivilrechtssachen in inquisitorischer Selbstherrlichkeit (siehe Hexenprozesse) einen Revisionsrekurs ohnehin verbietet, ist auch der Fristenlauf (binnen 14 Tage nach Zustellung der Entscheidung) hinfällig.