Sonntag, 1. Juli 2012

Im Netzwerk der Macht: Diagnose "Pseudologia Phantastica"

Dass man im "Netzwerk der Macht" der Republik Zeugen und Aufdecker wenn nicht schon "heimdrehen" so doch zu entmündigen versuchte, beweist jener Ausschnitt aus dem Buch "Netzwerk der Macht" von Hans Pretterebner:

Zweifellos am forschesten geht nunmehr Ludwig A. Minelli, Udo Prokschs Rechtsfreund in der Schweiz, gegen das Lucona-Buch und mich als Autor vor, wobei ihm als Bühne ein von seinem auf der Flucht befindlichen Klienten angestrengter Strafprozess gegen den prominenten Schweizer Journalisten Martin Ungerer wegen des Verdachtes der "planmäßigen Verleumdung" vor dem Bezirksgericht in Zürich dient.

Als Höhepunkt seines Schlußplädoyers regt Ludwig A. Minelli meine Psychiatrierung an. (Anmerkung: die Psychiatrierung des LUCONA-Aufdeckers Hans Pretterebner)

"Es würde mich", teilt der Proksch-Advokat dem sichtlich überraschten Schweizer Richter auch gleich das zu erwartende Ergebnis einer solchen Untersuchung mit, "nicht wundern, wenn er (Pretterebner) bei einer psychiatrischen Überprüfung seines Geisteszustandes als krankhafter PSEUDOLOGE bezeichnet wird."

Das Kennzeichen der "pseudologia phantastica" - einer echten Geisteskrankheit -, sei, doziert MINELLI weiter, "dass ihr Träger sich entsprechend seiner hysterischen Struktur Geltung verschaffen will und dies mit einer krankhaft gesteigerten Lügensucht tut."

Der Proksch-Freund ist in seinem Element. Selbst die missbilligenden Blicke des Gerichts vermögen ihn keineswegs zu irritieren. Denn immerhin sei das Erkennen dieser Geisteskrankheit für einen Laien vor allem deshalb "so schwierig, weil Pseudologen es immer wieder schaffen, mögliche Zweifel an ihren Schilderungen schon im vornherein durch verhältnismäßig plausible Argumente auszuschalten."

Quelle:

Hans Pretterebner - Netzwerk der Macht
Anatomie der Bewältigung eines Skandals
2. Auflage
Wien, Mai 1993

Anmerkung der Redaktion:
Rein zum Spaß wollte Udo Proksch - in Wien liebevoll der "Schifferlversenker" genannt - dem Autor Hans Pretterebner Angst einjagen, indem er ihn fast von der Rampe des Foyers des schönen Wiener Justizpalasts geworfen hätte.