Freitag, 23. Dezember 2011

Geldversteck Liechtenstein

Am Donnerstag, dem 9. Juni 2009, konnte man in ARTE TV eine interessante Dokumentation über das "Geldversteck Liechtenstein" miterleben.

Da erzählt ein deutscher Finanzfahnder, dass man in Wien bei der Finanzmarktaufsicht vor verschlossenen Türen stand. Na, ist doch eh klar.

Gut gefallen hat mir die Formulierung des Steuerfahnders, dass nämlich die "österreichischen Banken mitfrühstücken bei der Steuerhinterziehung im großen Stil im kleinen Fürstentum Liechtenstein", hart an Österreich´s Westgrenze.

Ich verstehe die ganze Aufregung um die paar Euros nicht, die der schöne Ex-Minister Grasser in Liechtenstein versteckt und reingewaschen hat.

Peter Pilz, grüner Nationalrat, vergleicht Liechtenstein mit dem Schwerverbrecher-Hotel Stein an der Donau in Niederösterreich.
Er vergisst dabei aber, dass die weltweite Militär-, Kriegs- und Drogenindustrie gerne in Liechtenstein ihre Gelder veranlagt und reinwascht. Auch berühmte Bauunternehmer sollen dort so manches Milliönchen gelagert und gewaschen haben.

Der Unterschied zwischen einem kleinen Verbrecher oder Mörder (nicht Ehrenmörder, das wird in Österreich nicht bestraft) zu den internationalen Drahtziehern und Kriegstreibern ist halt der, dass die Herrschaften Karl-Heinz Grasser, Graf Ali von und zu Mensdorf-Pouilly von den ganz Großen und Machthabern gedeckt werden. Da kann sich der Herr Pilz oder sonstwer auf den Kopf stellen.

Man sieht doch, was bei dem sogenannten U-Ausschuss betreff HYPO Alpe Adria heraus gekommen ist. Ich möchte es NICHT WISSEN, wie viel Geld in Liechtenstein über die Hypo auf dem Blut von tausenden von Opfern der Jugoslawien-Kriege reingewaschen wurde.

Dazu eine Buchempfehlung: Richard Schneider, Tatort Hypo Alpe Adria.

Dieses Buch ist nicht unbedingt als Weihnachtslektüre geeignet, es ist auch nichts für schwache Nerven.

Dann hätten wir noch die Gaddaffi-Milliarden, die - als der Konflikt in Lybien begann - sicher ganz schnell und unauffällig von Österreich´s Banken auf Liechtenstein´sche Konten transferiert wurden.

Alles geschah natürlich mit freundlicher Genehmigung der österreichischen "Staatsspitze". Ich habe das jetzt gar nicht so genau mitgekriegt, was ist Österreich jetzt eigentlich, neutral oder bei der Nato? Keine Ahnung.

Wissen Sie übrigens, dass ein Facharzt der Psychiatrie aus Wien, der am Anfang meiner Besachwalterung stand, auch auf der Liste der Steuersünder der Liechtenstein-CD zu finden ist? Mein Gott, ist die Welt aber klein.

Und weil alles so lustig ist und a Riesenhetz finden Sie hier noch ein G´stanzl auf Wienerisch - vorgetragen von Helmut Qualtinger im Jahre 1958. Dieser Text könnte auch für oder vielmehr über Karl-Heinz Grasser geschrieben worden sein.

Seit 1958 hat sich in Österreich nicht viel geändert :-((
sülzheimer,schrieb am 21.12. 18:22
Do nailich, da sitzma in da Eden und redn
Da Gießhübl, da Puntigam und i
Ma red so, und wos soll ich ihnen sogn, vom Wogn
Und wos ma schon so red um zwei Uhr früh!
Die Weiber die hamma schon nach Haus expetiert
Mir worn schon, wie ma so sogt, “Après”
Und weil ma daun trist und a bissl nochdenklich wird
Passiert's dassma richtiggehend philosophiert
Das is schon so, bei der Jeunesse dorée!
Auf einmal sogt mir da Puntigam:
"Sog wos is woah aun dem Tamtam
I hob do sowas aufgeschnauppt
Du hättest einen Unfall ghabt?“
Drauf sog ich: "Es is nix passiert!
Mei Porsche is scho repariert!
Nur leider ist mir ein Passant
Bevor er gstorbn is, einegrannt!“
Da mischt der Gießhübl sich ein:
"Na was is jetzt mit deim Führerschein?“
"Nojo!“ sag ich, "Nojo, was soll schon sein?
Da Papa wird's scho richtn
Da Papa wird's scho richtn
Das ghöat zu seinen Pflichten
Dazu ist er ja da!
Denn wenn man einen Sohn hat
Und so a Position hat
Und soviel Protektion hat
Wie mein Papa...
Dann genügt ja schon ein Telefonat
Zum richtigen Ort und dort sind sofort die Aktn
Unauffindlich. Sitzt dort ausnahmsweis ein Falscher am Draht
Und glaubt er konn do Mandaln mochn und wird rabiat, nojo!
Da Papa wird's scho richtn
Da Papa wird's scho richtn
Er weiß so viele Gschichten
Die andre Leute störn!
Vom kleinsten Referenten
Hinauf zum Präsidenten
Wer wichtig is, der kennt ihn
Mein oiden Herrn!
Man dient ihm gern
Und applaniert die leidigsten Affairn
Ganz intern!“

Quelle: www.orf.at