Dienstag, 25. Oktober 2011

Hochegger und Meischberger vor Gericht

Da soll man sich noch auskennen, bitte.
Da erscheint Oscar-Kandidat Walter Meischberger vor dem Landesgericht für Strafsachen in Wien und tut so, als ob er wie die Jungfrau Maria persönlich zu den 9 Millionen Euro Provision im BUWOG-Verkauf gekommen ist.

Dann gibt Herr Dr. Hochegger - ebenfalls Oscar-omininierter Unternehmensberater und Lobbyist aus der Steiermark - ein Interview auf Puls 4 und patzt dort PolitikerInnen aller Couleurs an.

Sie werden sagen: "Die sind aber echt gut gecoacht".

So ein Justiz-Theater gibt es nur in Österreich.

Schon seliger Udo Proksch hatte seinerzeit beim LUCONA-Prozess Anfang der 90-er Jahre die deutschen Journalisten zum Lachen gebracht.
Er hatte seinen Aufdecker Hans Pretterebner jovial vor dem Gerichtssaal begrüßt und ihm einen schönen Tag gewünscht.

Die deutsche "Journaille" hatte sich damals kaputt gelacht, da waren Sätze zu lesen wie "das gibt es nur in Österreich" - das ist ja wirklich einzigartig, wie Proksch alle bei Laune hält, besonders auch seine Feinde.

Ja, Sie dürfen nicht vergessen, dass wir uns in Wien in der Stadt des kunstvollen Theaters befinden. Schließlich wurde ja auch die Wiener Schauspiel-Kunst in ihrer ursprünglichen Form durch die EmigrantInnen nach Hollywood transferiert.

Walter Meischberger und Herr Hochegger profitieren natürlich davon und auch von der JUSTIZ, auf die die Theaterkunst ein bisschen abgefärbt hat.
Also die Richterin am LG Strafsachen hat gestern so was von BÖSE geschaut.
War der Blick etwa im Reinhardt-Seminar einstudiert worden?

Schon mein seliger Onkel Hansi aus Graz sagte über den Fussballpräsidenten und Häfenbruder Hannes Kartnig, dass er zum Film hätte gehen sollen. Da wäre er besser aufgehoben gewesen. Wie recht er doch hatte.

Also wie wird es weiter gehen mit dem BUWOG-Spektakel? Es werden noch viele Nebelgranaten geworfen werden, sodass sich der Bürger, die Bürgerin gar nicht mehr auskennt.
Herr Plech wird vielleicht bei der nächsten Verhandlung am 19. Dezember auch wieder nicht erscheinen. Die Verhandlung ist kurz vor Weihnachten äußerst raffiniert angesetzt. Da geht alles unter im Weihnachtstrubel, in einer seligen Punsch-Stimmung, genau so wie die deutschen Journalisten die Wiener Justiz bereits Anfang der 90-er Jahre beschrieben haben.

BrüderInnen verraten einander schließlich nicht und sind gezwungen, einander zu helfen und zu unterstützen und zu decken.
Es ist immer das gleiche Spiel.
Die ÖVP wird von der SPÖ erpresst, weil "wenn ihr zu viel über Lucona hochgehen lässt, dann lassen wir zu viel über die Bundesländerversicherung hochgehen".

Dieses Gleichgewicht des Schreckens zwischen ÖVP und SPÖ wissen die grandiosen Schauspieler Hochegger und Meischberger genial zu nutzen.
Die Grünen und die Blauen bleiben Nebendarsteller, die wenig zu sagen und zu entscheiden haben.