Dienstag, 2. August 2011

UWE SCHEUCH als Bauernopfer

Uwe Scheuch, erster Landeshauptmannstellvertreter von Kärnten und FPK-Parteiobmann, ist am Dienstag zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht in Klagenfurt sah den von der Korruptionsstaatsanwaltschaft georteten Tatbestand der Geschenkannahme als Amtsträger erfüllt an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Quelle: www.orf.at

Fahren wir nach Klagenfurt, dann sind die Klagen furt Das war unser alter Wahlspruch in den 80-er Jahren in der Steiermark. Diesmal trifft das nicht zu.

Uwe Scheuch muss also "herhalten". Uwe Scheuch ist verurteilt. Was ist Scheuch´s Fehler? Antwort: Er gehört der rechten österreichischen Reichshälfte an.

Daher hat man für ihn - auch um das Sommerloch zu stopfen - ein scharfes URTEIL bestellt - wahrscheinlich von der FM-Party.

Dabei hat er doch nur einem russischen Investor die Staatsbürgerschaft angeboten. Das passiert doch in Wien bzw. Österreich täglich.

Man denke nur an den Botschafter aus Kasachstan, dem man von der Bezirkshauptmannschaft Horn sofort eine Aufenthaltsgenehmigung und Asyl gewährt hatte. Er wurde in seiner Heimat als Mörder und Verbrecher gesucht. Sein Vorteil: Er ist ein Freund von Bartenstein und Fischer.

Oder denken Sie mal an Wolfgang Kulterer, der nur ein paar Tage in U-Haft in Klagenfurt saß. Zu viel weiß er über das Engagement und die Geldwäsche von Österreichs Banken auf dem Balkan.

Dazu eine Buchempfehlung: Hypo Alpe Adria - von Richard Schneider

Das Problem in Kärnten ist aber, dass die ÖVP und die FPÖ hier zusammen arbeiten. Es ist ja fast ein Witz, wenn Herrn Martinz von der ÖVP jetzt den Saubermann bespielt.

Dieses Urteil ist also von Wien bestellt worden - wahrscheinlich nicht nur um das Sommerloch zu stopfen.
Dieses Urteil ist von der linken und mittleren Reichshälfte bestellt worden.

Man will doch schließlich den Mantel des Schweigens legen über Geldwäsche, Milliardendeals von österreichischen Banken wie Raiffeisen, ERSTE Bank etc. am Balkan.
Ich komme gerade vom Balkan, das heißt vom Anfang des Balkans: Kroatien. Dort haben "russische Investoren" die schönsten Hotels an der Adria aufgekauft. Das Geld wurde zuerst auf der Insel Krk (nur als Beispiel) sauber gewaschen. Da es ein strenges Grundbuchrecht in Kroatien gibt und Kroatien noch immer nicht der Europäischen Union beigetreten ist, gibt irgendein dubioser Kroate seinen Namen her. Das Geld kommt aber aus Russland.
Die Oligarchen haben das Geld vom KGB doch auch nur gestohlen, werden Sie jetzt sagen. Na ja, was soll´s?

Oder nehmen Sie die Milliarden-Konten der Familie Gaddafi in Österreich. Die Freundschaft zwischen Lybien und Österreich geht ja auf Bruno Kreisky zurück. Während Kreisky´s Kanzlerschaft war kein Geringerer Minister und Klub-Chef als unser jetziger Bundespräsident.
Dieser - ein wahrhafter Meister der Vertuschung und oberster Hüter der Verfassung - hat natürlich KEIN INTERESSE daran, aufzudecken, wie Österreich mit dem Terror-Regime in Lybien über Jahrzehnte erfolgreich zusammen arbeitete. Er schweigt galant. Aussitzen, aussitzen, aussitzen.

Inzwischen dient das Bundesland Kärnten mit all seinen bunten rechten Vögeln als GUTES ABLENKUNGSMANÖVER. Das Urteil in Klagenfurt hat man also bestellt. Auch die Zeit - Anfang August - ist glorreich gewählt.
Das aberwitzige Telefonat von Uwe Scheuch soll also ablenken von den wirklich großen Verbrechen, die rund um die Kärntner Landesbank Hypo Alpe Adria geschehen sind.

Die Mehrheit der Bevölkerung durchblickt diese Spielchen nicht. Das denkt wahrscheinlich unsere Regierungsspitze. So wird in diesem Sommer weiterhin gehabsburgert, Händchen geschüttelt bei den Salzburger und Bregenzer Festspielen.

THE SHOW MUST GO ON! Ein paar Deppate, ein paar bezahlte Claqueure werden sich immer finden, um diese Regierung am Leben zu erhalten.

Zum Thema Rücktrittskultur: Kann eigentlich auch ein Bundespräsident zurück treten?

Postscriptum: Interessant ist, wie schnell die Redaktion des Polit-Magazins REPORT gleich am selbigen Abend des Urteils gegen Uwe Scheuch einen langen Beitrag über das Urteil sowie Diskussionspartner vonseiten der Justiz (Verfassungsexperte Meyer ist immer zur Hand) und ÖVP-Parteisekretär zur Hand hatte. Es liegt der Verdacht nahe, dass man auch vonseiten des ORF bereits im Vorfeld über die geplante und bestellte Verurteilung von Uwe Scheuch Bescheid wusste.

Anmerkung: Man hält auch vonseiten des ORF die Mehrheit der ÖsterreicherInnen so blöd wie sie in den Alltagsgeschichten von Elisabeth T. Spira bewusst dargestellt werden.