Mittwoch, 2. Februar 2011

Hexenprozess: Die Denunziation

Ich will mich jetzt nicht zur verfolgten Hexe oder Märtyrerin hochstilisieren. Dazu bin ich viel zu wehleidig und zu feig. Aber bei den Recherchen betreff Vergleich „Tierschützerprozess Wiener Neustadt– mittelalterliche Hexenprozesse“ bin ich auf einen interessanten Punkt gestoßen. Die Anklage einer Hexe erfolgte meist aufgrund einer Denunziation. Also auch hier haben sich die modernen Geheimdienste einiges vom perfiden Inquisitionsverfahren abgeguckt.

So liest man in Wikipedia zum Thema „Verfahren bei Hexenprozessen“ beim Punkt ANKLAGE:

Oft ging einer tatsächlichen Anklage eine jahrelange Phase des Gerüchtes voraus. Die Anklage konnte auf Grund einer Denunziation erfolgen, die von einer bereits inhaftierten Hexe – möglicherweise unter der Folter – erfolgt war, eine sogenannte Besagung. Selten gestand man vermeintlichen Hexen das Recht auf eine Verteidigung zu. (Ende Zitat)

Das erinnert mich an jene Einträge über meine Person im politischen Tagebuch des grünen Nationalratsabgeordneten Peter Pilz www.peterpilz.at vom Februar/ März 2007.
Mir hat die Cheftheologin von Scientology – Frau H. (der Name wurde ausgeschrieben) während ihrer Tätigkeit im Staatsdienst sogar meinen Laptop und mein Telefon manipuliert und jedes Dokument, dessen sie habhaft werden konnte kopiert (da kamen Tonnen von Unterlagen zusammen), wahrscheinlich um Daten über unschuldige Personen zu sammeln und mich schlussendlich aus der Firma gemobbt. Ich habe gehört, dass sie aus dem Staatsdienst geflogen ist, weil sie ihre Vorgesetzten bis rauf zur Geschäftsführung der BRZ für Scientology anwerben wollte und diese sogar bedroht hat, weil diese darauf nicht eingestiegen sind.
Zum Glück habe ich seither mit dieser Sektentante nichts mehr zu tun. Während meiner Dienstzeit hat sie mich dauernd mit Esotherik und Sektenscheiss genervt und ununterbrochen versucht, mich mit auf diverse Esotherikseminare (von Scientology) zu schleppen. Auch sprach sie dauernd von Beamten, die in ihrem Umfeld Selbstmord verübt haben und rühmte sich, Freunde im Sozialministerium und Aussenministerium zu haben, die ihr die Hand küssen, wenn sie sie sehen. Ich habe auch gehört, das sie zu "höheren Weihen" nach Brüssel geschickt wurde.
Na hoffentlich passiert dort missliebigen Beamten nichts.
P.S. Hrn Lassy kennt sie offensichtlich auch
Ende Zitat.

Diese Denunzierungen erfolgten übrigens zu einer Zeit, als ein Millionenpublikum im In- und Ausland aufgrund des Eurofigther-Untersuchungsausschusses des österr. Parlaments auf die Website www.peterpilz.at zugriff. Auch Wohnadresse (mit Türnummer) und Telefonnummer wurden genannt. Beim Landesgericht für Strafsachen (Richterin im Minirock, Karriere „per vaginam“) gab es nach meiner Anzeige eine Scheinverhandlung. (vgl. Hexenprozess: Urteil im vorhinein unter den Machthabern vereinbart) Ein Anwalt der Gegenseite diktierte der Richterin das Urteil. Die Rechtsanwaltskosten für die Löschung der denunzierenden Einträge im Internet vor einem großen Publikum (siehe dazu: Verletzung der Persönlichkeitsrechte laut Mediengesetz) musste ich selbst tragen.
Früher hat offensichtlich der Inquisitor das Urteil gegen den Ketzer oder die Hexe, das schon vorher festgelegt war, diktiert. Die Kosten für den Scheiterhaufen musste die Hexe bzw. der Ketzer (Häretiker) selbst tragen.

Interessant finde ich, dass fast alle Diktatoren der Neuzeit (außer Hitler) Jesuitenschulen besucht haben. Der Jesuitenorden war bekanntermaßen federführend bei der Gegenreformation. In all diesen Diktaturen der Neuzeit wurde ähnlich gegen Regimekritiker vorgegangen wie in Zeiten der Gegenreformation. Die Methode der Denunzierung haben Geheimdienste der Moderne ja fast eins zu eins übernommen. Dirty tricks und Noisy Investigations des großen Sektenkonzerns lassen grüßen.

Ich persönlich schließe es auch nicht aus, dass z.B. Droh-Mails an die Unternehmer-Familie und deren Kinder, die angeblich die Tierschützer schrieben, in Wirklichkeit ganz wer anderer geschrieben hat. Jetzt sind wir wieder mitten im Mittelalter. Da werden Straftaten begangen und man schiebt sie der ortsbekannten Hexe in die Schuhe.

Oder: "Bekennerschreiben" werden verfasst. Die meisten, die die angeklagte Person kennen, wissen, dass diese „Bekennerschreiben“ niemals von der angeklagten Person verfasst worden sind. Aber man muss schließlich künstlich ein „Bauernopfer“ erzeugen, das man dann dem Volke vorführen kann.

Heute kann man Computer manipulieren und handschriftliche Gutachten fälschen. Die Methoden haben sich etwas verfeinert, allerdings sind Grundidee und Ziele – nämlich die Vernichtung einer Person – dieselben geblieben. Man macht z.B. Anschläge selbst und schreibt dann auch selbst „Bekennerbriefe“, die man medienwirksam verteilt. Wo würden Sie, lieber Leser, die Inquisitoren von heute vermuten?

Conclusio: Das Grundprinzip ist stets dasselbe. Man wirft einer Person etwas vor, das sie gar nicht getan hat. Man dreht die Tatsachen um. Man tut alles, um den Ruf der Person zu ruinieren. Man schreckt auch vor Straftaten nicht zurück, damit man dann im „Gerichtsprozess“ möglichst viele Straftatbestände hat, die man der Person vorwerfen kann. In Wirklichkeit hat man selbst alles inszeniert, z.B. Bekennerbriefe, Anschläge auf Autos, Droh-Emails, Brandstiftungen etc.

Ich kann mir gut vorstellen, wie das im Mittelalter war. Man hat z.B. in der östlichen Steiermark – rund um die Riegersburg – jede Menge Hexen verbrannt. Es gefiel den mächtigen Männern nicht, dass Frauen Kräuterkunde betrieben oder durch Zauber das Wetter beeinflussen wollten. So hat man z.B. ein Gasthaus im Dorf angezündet und es der Kräuterhexe in die Schuhe geschoben. Man sagt ja auch heute noch sprichwörtlich: Mit dem habe ich „kurzen Prozess“ gemacht.

Selten gestand man vermeintlichen Hexen das Recht auf eine Verteidigung zu. Nach der Inhaftierung in einem Keller oder Turm begann das VERHÖR. Bei diesem Verhör erzwang man meist – nach einer formellen Befragung – das Geständnis durch Folter.

Man könnte sagen, die moderne Folter ist die Untersuchungshaft in Wiener Neustadt. Der Hauptangeklagte im Tierschützerprozess, Herr Balluch, hat ja noch eine freiwillige Folter zusätzlich gewählt: Den Hungerstreik. Damit hat er hauptsächlich sich selbst geschadet, denn die Medien berichteten nur am Rande darüber. Es war Wahlkampf und Österreich stand vor vorzeitigen Nationalratswahlen im September 2008.

Last not least werden die unschuldig Angeklagten heute nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie sollen aber in den Selbstmord getrieben werden bzw. finanziell und beruflich vollkommen vernichtet werden, sodass sie – vollkommen ruiniert – in Obdachlosenheimen oder Gefängnissen den Rest ihres Daseins fristen müssen und schließlich dort dann vielleicht doch den Gnadenschuss durch einen (von der Republik beauftragten) Justizbeamten bekommen. Traurig, aber wahr?