Samstag, 25. September 2010

Justiz auf Österreichisch und das NETZWERK DER MACHT

Lieber Leser, liebe Leserin, sie fragen sich vielleicht (gerade wenn sie kein gelernter Österreicher sind) warum in Österreich alles so ungestraft passieren kann, Justizminister von Banken-Chefs ernannt werden, damit sie Skandale vertuschen und Prozess-Urteile gegen verhasste Gewerkschaftsbanker dem (politischen) Gegner gefällig schreiben, in den Ministerien Beamte beseitigt werden, ohne dass irgend jemand auch nur einen "Muckser" macht.

Hans Pretterebner, der in 10 Jahren den Skandal rund um den Untergang des Schiffes LUCONA recherchiert hat, versucht in seinem Buch NETZWERK DER MACHT eine Erklärung der österreichischen Schleimer-Seele:

Hier eine Kostprobe aus dem Buch "NETZWERK DER MACHT" von Hans Pretterebner: (ist übrigens 20 Jahre alt, aber aktueller denn je)

Vorwort:
Genau die gleichen Mißstände, die z.B. in Italien zu einer unvorstellbaren Verhaftungswelle führen, haben selbstverständlich auch bei uns seit Jahren und Jahrzehnten Tradition.
In Österreich werden Skandale in der Regel nur nicht aufgedeckt. Und wenn es jemand versucht, egal ob Beamter, Journalist oder Oppositionspolitiker, so zieht er sich augenblicklich den HASS der gesamten Kaste der Korruptionsnutznießer zu. Er/ sie wird bekämpft, ausgegrenzt und zum Paria abgestempelt.
Die Allmacht der politischen Parteien, die in Österreich den Staat, die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Medien und die JUSTIZ in ihrem Spinnennetz gefangen hält, lässt eine wirkungsvolle Korruptionsbekämpfung schon von vorne herein gar nicht zu. Konsequenzen aus den bösen Taten zieht man praktisch nie. Die Bevölkerung ist abgestumpft (da kann man halt nix machen - das war schon zur Zeit des Wiener Kongresses so) Die Bevölkerung nimmt mittlerweile fast schon jede Lüge widerspruchslos hin. Ab und zu gibt es einen Sündenbock (zur Beruhigung des Volkszorns) wie z.B. Udo Proksch, der als einziger rechtskräftig verurteilt wurde.
Udo Proksch kommentiert von der Strafanstalt in Graz-Karlau aus die österreichische Innenpolitik. Mit seinem Freund aus dem Club 45, Heinz Fischer, ist er zufrieden.


Ja, keiner traut sich was zu sagen oder aus Protest aus der Partei auszutreten. Man könnte morgen "auf der Straße" stehen. So buckelt und duckt man sich. Obwohl Österreich eine Demokratie zu sein scheint, ist der typische Österreicher eigentlich noch genau so abhängig und geknechtet wie in Zeiten der Habsburger-Monarchie (sorry, da muss ich mich aus Prinzip gegen meine eigenen Vorfahren stellen) und der Weltherrschaft der römisch-katholischen Kirche. Das Motto ist und bleibt: NACH OBEN BUCKELN - NACH UNTEN TRETEN! Damit ist der Erfolg garantiert.